PLACEBO oder Die Kraft unserer Gedanken

Als ich die neueste DOGS aufschlage, springt mich auf Seite 10 folgende Information an:

"Ein Zufallsbefunde verblüffte die Neurologin Karen Munana von der Universität North Caroline. Bei ihrer Studie zu Epilepsie bei Hunden hatte sie einer Kontrollgruppe von Tieren Medikamente ohne Wirkstoffe verabreichen lassen. Bei diesen Hunden sanken die Häufigkeit der Krämpfe ebenfalls, nicht nur bei den wirklich behandelten. Munana vermutet, dass der Placeboeffekt auf das Verhalten der Besitzer zurückzuführen ist."


Na wie klasse ist das denn?
Eigentlich ist es nichts, was mich besonders erstaunt, dennoch ist es immer wieder spannend zu sehen, wie sehr unsere innere Haltung und Erwartung das Verhalten und das Wohlergehen unseres Hunde prägt und beeinflusst.
Vertraust du der Behandlung deines Tierarztes, wirkt sich das schnell und effektiv - und vor allem ohne Nebenwirkungen - auf die Gesundheit deines Hundes aus. Glaubst du, dass ihm geholfen wird, bist du überzeugt, dass ihm die beste Behandlung zukommt, hilft deinem Hund alleine deine innere Haltung,  zu genesen. Was für eine Botschaft! Das heißt natürlich nicht, dass wir nur positiv denken müssen, alles wird gut und wir können uns getrost den Gang zum Tierarzt sparen. NEIN, dass ist damit natürlich nicht gemeint.... aber unsere innere Haltung hilft mit, unterstützt auf einer anderen Ebene, eine Ebene, auf der unser Hund ganz selbstverständlich kommuniziert, eine Ebene die wirkt, kostenlos ist, unsichtbar und dennoch vorhanden.

Ich bin auch noch aus einem anderen Grund schwer entzückt von dieser Nachricht. Sie hat quasi wissenschaftlich bewiesen, was wir eigentlich schon wissen: Auch im Bereich des Verhaltens unserer Tiere haben wir, als Halter und vielleicht bester Freund unseres Hundes, die Möglichkeit, ihm auf ganz einfache Weise Unterstützung zu geben.
Im Grunde hat die Wissenschaft bestätigt, was in Finn Seelenspiegel (und in manchem anderen Buch) bereits steht :-).

Nicht nur im Krankheitsfall, nein, immer wenn er unsicher, in schwierigen Situationen oder sonst wie gefordert ist, können wir über Gedanken und eigene Erwartungen das Verhalten (mit) beeinflussen. Es sind unsere Gedanken, die unserem Hund helfen, bei sich zu bleiben, entspannt zu sein und mit dem entgegenkommenen Hund zu kommunizieren oder ihm aus dem Weg zu gehen, die Nachbarkatze zu ignorieren, den Radfahrer milde anzulächeln oder selbstverständlich zu warten, bis das Futter fertig ist, anstatt den ganzen Haushalt zusammen zu bellen. Es sind unsere Gedanken und Erwartungen, die bei ihm ankommen und denen er mit seinem Verhalten folgt.

Wie häufig erleben wir Hundebegegnungen, bei denen sich die Hunde entspannt begrüßen (wenn sie dürfen), aber einer der Halter mit sorgenvoller Miene dem anderen erzählt, dass der eigene Hund "eigentlich IMMER" bei Rüden/Hündinnen pöbelt, man sich nie sicher sein kann, "weil da eine Zicke drin steckt", er "andere Rüden nicht leiden kann", jeden Radfahren angeht, Jogger schrecklich findet oder der Nachbarhund sein größter Feind ist. Ist das wirklich so?

Vielleicht sollten wir einmal unsere Haltung und Erwartung zu dem näher kommenden Radfahrer oder Jogger, zu dem Nachbarhund (oder dessen HalterIn) oder der gedankenverloren herum stolzierenden Katze überprüfen um mal zu schauen, WER hier eigentlich das Problem hat...

 

Was ist Deine Meinung dazu? Kannst du dich erinnern, wann du das letzte Mal schon eine Zeit vor deinem Hund Schnappatmung gekriegt hast?

 

Liebe Grüße

Aruna mit Finn und Ella

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Kommentare: 2
  • #1

    Gaby (Montag, 27 März 2017 19:01)

    ich nochmal! Spannendes Thema, dass du da aufgegriffen hast - aber im Grunde schreibst du das ja auch schon in deinem Buch. Schade, dass wir unseren Einfluss immer wieder vergessen :-(. Naja, ich werde versuchen, bei der nächsten Hundebegegnung mit nem schwarzen Hund (da rastet Fox nämlcih immer aus) daran zu denken.
    Lg
    Gaby und Fox

  • #2

    Aruna (Montag, 27 März 2017 19:14)

    hi liebe Gaby,
    vielen Dank für deinen Kommentar und dein Feedback!
    Irgendwie kriege ich die Antwort-Funktion nicht hin....Vielleicht schaust du nochmal rein und findest meine kleine Anmerkung... Du schreibst "da rastet Fox nämlich immer aus", dass ist genau DAS was ich meine. Ich kenne das auch gut. Da kommt Finns Lieblingsfeind um die Ecke und ich meine schon vorher zu wissen, was passiert - und kreiieren genau damit das Geschehen mit. Meine Gedanken spiegeln sich in meiner Körperhaltung und ohne das ich es so richtig wahrnehme, signalisiere ich ihm schon: Achtung, Gefahr im Verzug. Ich finde es ist eine tägliche Übung, klar und bewusst und relaxt durch die Gegend zu gehen :-), aber sie verändert nicht nur das Verhältnis zum eigenen Hund und zum Lieblingsfeind, sondern auch zu uns ;-)).
    Liebe Grüße
    Aruna