Besuch in der L.I.D.A., einem Tierheim auf Sardinien

Drei Tage nach unserem Urlaub möchte ich hier meine Eindrücke aus dem Tierheim in Sardinien schildern, das unter anderem von den STREUNERHerzen betreut wird. Jedes verkaufte Buch von Finn Seelenspiegel bedeutet einen Euro für den STREUNERHerzen e.V. und somit einen Euro für die Tiere im Tierheim auf Sardinien. Wir hatten das Glück, von einer unglaublich engagierten Frau dieses Vereins eine Führung durch die L.I.D.A. in Olbia zu bekommen und es war ein Gefühlskarussell erster Güte.

Schon die Anfahrt war bemerkenswert. Trocken, kahl und ungastlich ist der Ort, an dem über 600 Hunde und sehr viele Katzen einen Großteil ihres Lebens fristen - und manche von ihnen werden nie (wieder) Gras unter ihren Pfoten spüren können.

Gleich zu Beginn liefen uns die Tränen beim Anblick dieser vielen, vielen vierbeinigen Seelen, die bettelnd und drängelnd an den Stäben des Geheges versuchten, wenigstens unsere Hände abzulecken und so ein klitzekleines bißchen Aufmerksamkeit zu erheischen. Es gab Welpen, die noch in der Quarantänezeit sind und mitten in der wichtigsten Sozialisierungsphase in kleinen Käfigen auf Zeitungspapier sitzend darauf warten, dass ihr Impfschutz aktiv ist und sie zu den Junghunden dürfen. Wir sahen Alte, Vergessene und Kranke, die niemand will...

Wir haben in Augen von geschundenen und oft hoffnungslosen Wesen geschaut.
In die weit aufgerissenen Augen der Ängstlichen, die sich nicht trauen, an den Zaun zu kommen und doch so gerne mutiger wären, in die panischen Augen der Traumatisierten, die kaum ihr Nase aus der kleinen, auf dem Betonboden stehenden  Hütte strecken, in die hoffnungslosen Augen derer, die schon zu lange in dem Tierheim sitzen und warten....

... und wir haben Menschen gesehen, die mit großem Engagement und noch größerer Liebe zu den Tieren unverdrossen morgens aufstehen, um jeden Tag aufs Neue gegen Windmühlen zu kämpfen und die nicht müde werden, unseren Seelengeschwistern zu helfen.

 

Immer wieder hatte ich unsere eigenen Hunde vor Augen, die in diesem Moment bei uns zu Hause unter Aufsicht einer wunderbaren Hundesitterin 2000 qm Garten zur Verfügung haben, wann immer sie ihre kleine Nase durch die Hundeklappen stecken.
Wo wären die zwei heute, wenn Tierschützer sie damals nicht nach Deutschland geholt hätten. Würden sie noch leben? Wären sie noch so freundliche Wesen wie jetzt oder hätten die Jahre des Eingesperrtseins, der Langenweile, Angst und  Auseinandersetzung mit den 600 anderen Hunden ihre feinen Seelen zerstört?

Ich weiß, das alles gibt es auch in Deutschland und jeder, der Augen und Ohren hat, findet tausende ähnlicher Beispiele überall auf der Welt. Dennoch muss ich gestehen - es ist für mich noch einmal etwas anderes, bei Facebook das Elend zu sehen und im schlimmsten Fall weiterzuklicken, im besten eine Petition zu unterschreiben oder den Spendenbutton zu drücken, als Not und Elend direkt vor Ort in die Augen zu blicken. (obwohl ich die Bilder und Filme der gehetzten und traumatisiserten Tiere sehr, sehr verstörend finde und unglaublich schrecklich auszuhalten).

Immer wieder kommt die Frage, warum ich die Spenden über mein Buch nicht einem deutschen Tierheim zukommen lasse.
Nun, ich denke, ein Leben ist immer gleich wertvoll, egal ob es ein rumänisches, italienisches, spanisches, ungarisches... oder deutsches Leben ist. Der Alltag in deutschen Tierheimen ist schlimm und die Geldnot dramatisch. Aber auch deutsche Tierheime arbeiten mit dem Ausland zusammen und ich kenne kein deutsches Tierheim, in dem 600 Hunde auf Vermittlung warten. Laut einer Mafo-Umfrage aus dem Jahre 2009 (zugegeben, ist schon ne Weile her) lag zu der Zeit die durschnittliche Aufenthaltsdauer eines Fundhundes in einem deutschen Tierheim bei 3,3 Monate, bei Katzen etwas höher bei 3,5 Monaten. Ich rede hier nicht von Listenhunden oder Hunden, die als aggressiv eingestuft werden (warum und durch wen auch immer sie so geworden sind), sondern von "normalen" Hunden, die in Familien eingegliedert werden können.

Ich bin zufrieden mit meiner Entscheidung und meinem Ziel 10.000 verkaufter Bücher, und somit 10.000 Euro an die STREUNERHerzen. Und ich habe vor Ort noch einmal einen "Fußtritt" bekommen, indem ich dem Elend direkt in die Augen geschaut habe.
Es ist noch ein sehr weiter Weg, aber ich werden genauso unverdrossen dranbleiben wie die wunderbaren aktiven Helfer vor Ort und im Verein.

Übrigens - beim Rückflug waren wir Flugpaten für drei Tiere aus der L.I.D.A.- eine schöne Erfahrung.

Was ich eigentlich sagen möchte ist, dass ich es verstehen kann, wenn man auf eine bestimmte Hunderasse abfährt, ein gesundes Seelchen als vierbeinigen Freund haben möchte oder Angst hat, sich den eventuellen Herausforderungen, die ein Hund aus dem Tierschutz mit sich bringen kann, zu stellen. Dennoch, gebt den Gedanken von Euch, die die Aufnahme eines Hundes aus dem Tierschutz für möglich halten, auch einen Raum. Diese Hunde sind wunderbar und der Trend geht zum Zweithund ;-)... wie wäre es mit einem zweiten, und den dann aus dem Tierschutz?

 

Und noch etwas... Falls ihr es selbst schon gelesen habt, verschenkt doch beim der nächsten Gelengenheit das Buch Finn Seelenspiegel. Viele Leser haben mir gesagt, es wäre auch für (Noch)Nicht-Hundebesitzer toll zu lesen und um 10.000 Bücher bis Mai 2018 zu verkaufen, braucht's um die 25 verkaufte am Tag... DANKE!

 

Von Herzen

Aruna mit Finn & Ella

 

Finn Seelenspiegel - Ein Buch über die ersten Jahre mit meinem Tierschutzhund

 

Ein Euro pro Buch (egal ob Print oder eBook) kommt den STREUNERHerzen zu Gute.

 

Im Onlinehandel oder bei der Buchhandlung vor Ort zu bestellen....
oder einfach auf den "hier erhältlich-Button" drücken :-)...

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Kommentare: 2
  • #1

    Connie Gottfried (Mittwoch, 10 Mai 2017 20:32)

    Liebe Aruna,
    vielen herzlichen Dank für Deine so einfühlsamen Worte und geschilderten Eindrücke Eures Besuches in dem sardinischen Tierheim. Ich finde es mutig und wichtig, dass IHr das getan habt! Und ich wünsche Dir und all den wundervollen Hunden von Streunerherzen mehr als 10.000 verkaufte Exemplare bis 2018! Wir drücken also die Daumen und Pfoten!
    Connie mit Mira und Brontë

  • #2

    Lydia Schymassek (Montag, 15 Mai 2017 14:32)

    Liebe Aruna,
    grazie mille für diese tolle UnterstützungsAktion zugunsten von StreunerHerzen e.V. und den vielen Tieren der L.I.D.A. Sez. Olbia / Rifugio I Fratelli Minori!! Herzlichen Dank für die absolut zutreffenden, berührenden Worte... über Euern Besuch vor Ort und über Tierschutzhunde. Auch ich war dieses Jahr 2 Mal je 10 & 12 Tage vor Ort, um als Volontärin den Tierschützern der LIDA etwas zu helfen und dem einen oder anderen Hund einen Gassi-Gang und Schnüffelei zu ermöglichen, ihnen etwas Zuneigung, Liebe und Abwechslung zu geben. Ich bin (privat) mit dem Auto voller Spenden runter gefahren, zusammen mit meiner Italy-Lady Paolina (ebenfalls aus der LIDA). Es waren emotional sehr bewegende Tage und ich hatte große Sorge, ob ich es überhaupt durchstehe und das viele Tierleid ertrage? Ich konnte, man kann, denn man entwickelt Kräfte beflügelt durch die vielen freudigen, dankbaren Augen, die einem tief in die Seele blicken. Es waren trotz der auch vielen traurigen Momente wundervolle Aufenthalte und ich plane bereits die nächste Reise. ;-)
    Die Tierschützer vor Ort leisten quasi rund um die Uhr unglaubliches, verlieren dabei nicht die Hoffnung, obwohl sie täglich so viel Leid sehen und auch Tiere verlieren. Sie arbeiten und kämpfen einfach weiter und bemühen sich um jede Hundeseele. Dann die extrem vielen Welpen, zur Zeit an die oder sogar schon 200 (!), darunter so kleine Welpen, die noch mit der Falsche ernährt werden müssen. Hierzu nehmen die Tierpfleger oft auch Welpen (oder Kitten) mit nach Hause... und es wird bis spät abends gearbeitet oder auch nachts, wenn eine Rettungsaktion o.ä. ansteht. Deshalb bin ich total glücklich, dass Du Dich für die Unterstützung von StreunerHerzen e.V. und die LIDA-Tiere entschieden hast. :-) Und jetzt freue ich mich auf Dein Buch voller Erfahrungen, Abenteuer und (Aha-)Erlebnisse mit Eurem Tierschutzhund Finn und bin fast sicher, dass ich mich hie oder da wiederfinde. ;-)
    Herzliche Grüße vom Bodensee senden
    Lydia mit (Exlabor)Beagle Rudi im Herzen & Italy-Lady Paolina