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Angekommen, kleine Jule!

alle Fotos von Emmas  Sofa, dem total tollen Feriendomizil im Westerwald!
alle Fotos von Emmas  Sofa, dem total tollen Feriendomizil im Westerwald!

Jeder hat es prophezeit, aber geplant war es nicht.....

Seit zwei Wochen ist Jule bei uns zu Hause. Vorbei die Zeit des Pflegehundes, Beginn der Zeit mit drei Hunden.

 

Aber der Reihe nach, am besten erzählt erst mal Jule:

Also, wo soll ich anfangen? Wir sind in den Urlaub zu Emmas Sofa gefahren. Finn hatte ja schon einmal davon berichtet (siehe hier) und ich kann ihm nur beipflichten. Es war wieder großartig! Jeden Morgen habe ich gemeinsam mit Ella wild gebuddelt und es war eine echte Plackerei, weil der Boden so hart war. Aber wir waren unverdrossen und wollten unbedingt sehen, wie weit wir kommen und einmal waren wir kurz vor Australien, ehrlich! Die beiden Gastgeberfrauen haben sich sehr amüsiert, weil sie immer nur unsere Popos gesehen haben.... Finn hat manchmal mitgemacht, aber meist hat er aufgepasst, dass wir unsere Arbeit vernünftig verrichten können und niemand uns stört.

 

So am Rande hatte ich mitbekommen, dass es wieder Interessenten für mich gab. Das bahnte sich schon Zuhause an und am Tag vor unsere Abreise war das interessierte Paar noch drei Stunden am frühen Abend da. Ich fand sie eigentlich ganz nett und - das möchte ich hier kurz betonen - mein gesamtes Benehmen war vorbildlich!

Verabredet war, dass sie nachdenken und mich dann vielleicht aus dem Westerwald zu sich nach Hause holen. Aruna hat aber gesagt, ich soll mir erst mal keinen Kopf machen, es wäre noch nichts entschieden. Naja, dass ist leichter gesagt als getan, denn ich habe natürlich schon mitgekriegt, dass wieder alles in der Schwebe war. Aber egal, erst mal waren wir zusammen im Urlaub und nur das war wichtig.

Übrigens lag das Ergebnis dieses Tests mit den Mittelmeerkrankheiten nach sechs Wochen endlich vor. Ein paar Werte sind im Moment positiv, aber viele sagen, dass der Stress im Tierheim die Werte manchmal nach oben treibt und es nach einem halben Jahr ganz anders aussehen kann. Soviel zur Vorgeschichte.

 

Dann kam am ersten Urlaubsabend nen Anruf von den Interessenten und irgendwie meinten die Frau, ich hätte es bei meinen Pflegeeltern besser als bei Ihnen und sie wissen einfach nicht genau.... hm, es stimmt, dass es mir dort gut ging, aber ich brauchte ja ein Zuhause und das ist ja was völlig anderes.... zumal ich als eine Art Therapiehund für Kinder eingesetzt werden sollte und das wäre ja auch ein prima Job gewesen. Aber die Frau war völlig unklar, wusste auch nicht, ob ich mit dem Testergebnis in der Schule mitarbeiten dürfte und wollte noch ne Tierärztin fragen. Ihr Mann dagegen wollte mich und so einigte man sich, das Ganze noch ne Weile sacken zu lassen und sich wieder zu melden - was am nächsten Tag auch geschah.... und dann kam der Knaller, haltet euch fest:

 

Da erzählt doch eine Tierärztin der Interessentin, wenn mich eine Zecke beißen würde und dann Babesien (kleine, fiese Einzeller in meinem Blut) in ihr sind, und diese Zecke dann irgendwann ein Kind aus der Schule beißen würde, dieses Kind daraufhin Babesien bekäme und man dann feststellen würde, dass sich diese Zecke vor vielen Monden bei mir diese Viecher geholt hätte, könnte die Interessentin haftbar gemacht werden! Also ehrlich, hat jemand schon so eine skurrile Geschichte gehört? Aruna hat dem ganzen Hokuspokus schnell ein Ende gemacht und gesagt, wenn sie eine solch krude Geschichte aus der Bahn werfen würde, würde sie mich nicht bekommen....

Nach dem Telefonat kam sie dann ins Wohnzimmer und schüttelte nur leise den Kopf. Das kenne ich schon, die beiden Menschen reden nicht so laut über uns, weil wir ja soviel mitkriegen und sie nicht wollen, dass ich und auch die anderen beiden noch mehr durcheinander kommen. Aber ich hatte natürlich die Ohren voll auf Empfang und habe mich ganz doll angestrengt, dass ich hören konnte, was sie so flüstern. Und dann hörte ich Rainer fragen: Wollen wir sie nicht behalten? Aruna fand das ne gute Idee, Ella und Finn wurden noch befragt und seitdem bin ich echtes Familienmitglied. 

 

Und dann waren wir eine Woche später beim Sommerfest der STREUNERHerzen. Ich traf dort drei der Menschen aus dem Tierheim auf Sardinien und alle haben mich erkannt. Die Tierärztin von dort erzählte dann meinen Menschen meine Geschichte..... ich wurde ohnmächtig im Straßengraben gefunden. Die Polizei sah mich dort liegen, morgens, abends und als ich am nächsten Morgen dort immer noch lag und mich nicht rührte, aber noch lebte, haben sie mich in die L.I.D.A. gebracht (wie es dort aussieht, kann man in dem Film unten auf der Startseite erkennen). Ich war nur Haut und Knochen (heute nicht vorstellbar ;-)) und sie haben mich Luce (Licht) genannt, weil sie fanden, vielleicht hilft der Name, dass ich wieder aufwache.... und siehe da, tataaaaaa, da bin ich! So, das war's von meiner Seite, jetzt noch mal Aruna:

Jule hat ja alles erzählt und es gibt nur wenige Ergänzungen meinerseits. 

Eines steht allerdings für mich fest: Sollte noch einmal ein Pflegi bei uns einziehen, durchlaufen alle Interessenten im Vorfeld ein telefonisches Rund-um-Verhör! So etwas passiert uns - und vor allem den uns anvertrauten Hunden - nicht mehr. Die Frage ob ein Hund einziehen soll, muss im Vorfeld (und bitte ohne uns) geklärt werden. Wer als Interessent anruft klärt mit uns bitte nur, ob genau dieser Hund in die Familie passt - und da sind wir gerne behilflich. Es ging nicht wirklich um Babesien, Anaplasmose oder sonstiges, es ging um Grundsätzliches: Der alte Hund war erst vor sehr kurzer Zeit gestorben, das Schulkonzept noch nicht ganz durch, der frühere Hund sehr kompliziert und Jule ist so unkompliziert, dass sie nicht wirklich eine "Aufgabe" darstellt, identifiziert frau sich aber mit so einer "Aufgabe", ist sie quasi arbeitslos mit Julchen... und es gab noch einiges mehr, um was es (glaube ich) eigentlich ging.... aber das Hin-und-Her muss weder uns, noch den Tieren angetan werden. Ich habe mir zwischendurch überlegt, wie es mir an Jules Stelle gehen würde...

Aber egal, Schnee von gestern!

 

So Julchen, Du hast ein Zuhause verdient. Ein echtes Zuhause, kein Rumgeeier, kein ja-nein-vielleicht, kein wenn-dann, du brauchst ein eindeutiges JA. Und das hast du jetzt, du kleine Maus.... von Rainer, mir und Ella....  Finn findet jede Veränderungen blöd, der muss sich noch ein wenig an den Gedanken gewöhnen. Aber er mag dich und findet dich toll, deshalb mache ich mir da keine Sorgen.

 

Willkommen in unserer Familie, Julchen!

Und weil ich vom Schreiben lebe, schaut doch bitte mal hier....


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Kommentare: 1
  • #1

    Susanne & Bettina Zinco (Montag, 16 Juli 2018 23:11)

    Liebe Aruna, Rainer, Finn, Ella und Julchen, wir, die Gastgeberinnen auf Emmas Sofa, freuen uns ganz besonders als " Zeitzeugen" dieser großartigen Entscheidung " beiwohnen " zu dürfen . Julchen ist eine wunderbare Hundseele, die verzaubert und das sicher nicht erst wenn die Porzellanpantöffelchen von einst ihr wieder passen ❣ Wir glauben es war euer aller Bestimmung in ein Haus in dem schon so viel Harmonie und Liebe füreinander wohnt, nun noch einen solchen tollen Schatz aufnehmen zu dürfen und wir sind sicher nicht nur Ella findet tatkräftige Unterstützung beim Buddeln, Jule wird im richtigen Moment für alle die richtigen " Worte " finden... . Wir freuen uns aufs Wiedersehen !... Es grüßt natürlich auch Emmas Rudel �����